MEITE, Hauskatze, weiblich-kastriert, 5 Jahre alt

Die Katze wird uns vorgestellt, weil die Besitzerin bemerkt hat, dass sie seit knapp 3 Tagen das rechte Auge zukneift.

Untersuch und Diagnosestellung

Das rechte Auge wird zugekniffen und zeigt einen schleimigen, starken Ausfluss. Die Bindehäute sind stark geschwollen; beim genaueren Hinsehen ist eine fadenförmige, gelbliche Struktur zu erkennen, welche aus der Lidspalte ragt.

Das Auge wird ausgiebig mit einem lokalen Betäubungsmittel versorgt. Danach werden die Lider vorsichtig geöffnet; mit einer Pinzette wird sanft an der beobachteten Struktur gezogen - wir staunen nicht schlecht, als sich eine grosse Pflanzenrispe, welche sich zwischen Oberlid und Hornhaut festgeklemmt hatte, aus dem Auge entfernen lässt!
Nach der Entfernung scheint die Katze sofort weniger schmerzhaft; ein sogenannter Fluoreszeintest zeigt aber, dass die Granne die Oberfläche der Hornhaut grossflächig aufgeschürft hat.

Therapie und Verlauf

Mit Augentropfen und einem Schmerzmittel wird die Katze nach Hause entlassen. 5 Tage später ist das Auge praktisch abgeschwollen, und auch die Hornhautverletzung ist schon abgeheilt.

Wissenschaftliches

Fremdkörper sind bei Hund und Katze in den unmöglichsten Lokalisationen zu finden. Augenfremdkörper sind besonders gefährlich, weil bei zu später Entfernung die Hornhaut irreversiblen Schaden nehmen kann - umgekehrt kann sich die Hornhaut von einer Beschädigung auch erstaunlich schnell und vollständig erholen.