QB, Hauskatze, männlich, 5 Monate alt

Die Besitzerin bringt uns das Katerchen besorgt vorbei, weil es soeben verstört von draussen heimgerannt kam, stark atmete, sich danach hingelegt hat und sich nicht mehr bewegen wollte. Ob die Katze möglicherweise einen Unfall gehabt hat?

Untersuch und weiterer Verlauf

Auf dem Tisch verhält sich der Kater normal, interessiert und aufgeweckt. Er schnurrt und fordert Streicheleinheiten ein - allerdings scheint er etwas mehr Speichel zu produzieren als normal. Ein Blick in die Maulhöhle lüftet das Rätsel: Auf der Zunge findet sich der ausgerissene Stachel einer Biene! Ein Befund, welcher an sich bei Katzen recht häufig gemacht wird - allerdings nicht Mitte November wie im vorliegenden Fall...

Mit einer Pinzette wird der Stachelapparat vorsichtig entfernt, die Katze erhält eine Injektion gegen Schmerzen und Schwellung und wird nach Hause entlassen. Schon tags darauf geht es "QB" wieder gut.

Wissenschaftliches

Bienen- (oder andere Insekten-)stiche sind bei Hunden und Katzen keine Seltenheit - häufig finden sie sich an den Pfoten oder in der Maulhöhle. In den allermeisten Fällen verläuft ein Stich in die Maulhöhle glimpflich und es kommt nicht zu stärkeren Schwellungen, welche die Atmung beeinträchtigen könnten.

Speziell am Fall von "QB" ist der Umstand, dass der Stich Mitte November erlitten wurde - einer Jahreszeit, bei welcher Bienenvölker eigentlich schon längere Zeit in der Winterruhe (Oktober bis Februar) sein sollten. Der aussergewöhnlich milde Herbst dieses Jahres war also Ursache für den Notfallbesuch von "QB" bei uns.