SCHNURRLI, Hauskatze, männlich kastriert, 7 Jahre alt

Ein Update unserer Website-Software erlaubt uns neu, Videos in die Seite einzubauen, weswegen der ursprünglich schon im Jahr 2012 behandelte Fall erst jetzt als "Fall des Monats" präsentiert wird.

 

Schnurrli wird uns notfallmässig vorgestellt, weil er plötzlich ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden zeigt und nicht mehr gehen kann. Zuvor ging es dem Kater gut.

Untersuch und Röntgen

Beim Untersuch zeigt sich die Katze sehr apathisch, ist nicht stehfähig, bleich und atmet stark. Beide Hinterbeine fühlen sich kalt an, und es ist kein Puls in den Schenkelarterien zu finden.

Alle Befunde weisen darauf hin, dass Schnurrli eine Blockade der Schenkelarterien durch ein Blutgerinnsel aufweist (Sattelthrombus) - meist ist dieses Problem durch eine primäre Herzerkrankung mit folgender Bildung von Blutgerinnseln bedingt (siehe Fall 54, Oktober 2012). Ein Röntgenbild bestätigt, dass das Herz der Katze enorm gross ist und sich im Brustkorb ein Erguss gebildet hat - beides typische Befunde bei Herzproblemen.

Ultraschall und weiterer Verlauf

Zur Diagnosesicherung wird ein Herzultraschall durchgeführt. Tatsächlich finden sich hier typische Veränderungen, welche bei einer primären Herzmuskelerkrankung (hypertrophe Cardiomyopathie) zu beobachten sind: Ein stark erweiterter linker Vorhof, verdickte Herzmuskulatur sowie ein Herzbeutelerguss.

Sehr aussergewöhnlich ist allerdings, dass im Ultraschall ein ca 15 mm messendes, kugelförmiges Blutgerinnsel zu beobachten ist, welches sich im linken Herzvorhof befindet und während der Herzaktivität wie eine Flipperkugel durch die Segelklappen in die linke Herzkammer und wieder zurück in den Vorhof befördert wird.

Aufgrund der massiven Herzveränderungen, der schon erfolgten Komplikation einer Schenkelarterien-Blockade sowie dem Damoklesschwert des sich im Herzen befindlichen Blutgerinnsel wird Schnurrli nach Rücksprache mit der Besitzern eingeschläfert.

Wissenschaftliches

Die Problematik der Hypertrophen Cardiomyopathie mit folgender Schenkelthrombose wurde schon in der Vergangenheit diskutiert (Fall 54, Oktober 2012).

Sehr aussergewöhnlich bei Schnurrli's Fall ist das dokumentierte riesige Blutgerinnsel im Herzen selbst - es ist gut vorstellbar, dass das Gerinnsel in den Schenkelarterien durch ein Bruchstück des Thrombus im Herzen bewirkt wurde.