Es kommen für die Geburtsverschleppung zwei mögliche Ursachen in Frage: Entweder hat die Hündin (möglicherweise auch wegen ihres fortgeschrittenen Alters und wegen der grossen Welpenzahl) eine Wehenschwäche (d.h. die Gebärmutter und die Bauchmuskulatur generieren nicht mehr genügend Kraft, um die Föten auszustossen), oder aber es besteht ein Geburtshindernis in Form der unüblichen Kopfhaltung des einen Föten.
Da die Zuchthündin nach diesem Wurf zur Kastration vorgesehen war, entscheidet man sich zusammen mit den Besitzern für einen Kaiserschnitt.
Die Hündin wird mit einem speziellen Medikamentenmix narkotisiert; die Bauchhöhle wird eröffnet und die vier verbleibenden Föten durch einen Schnitt in die Gebärmutter aus dem Mutterleib entfernt und abgenabelt. Währenddem der Mutter routinemässig Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt werden und die Bauchwunde verschlossen wird, werden die Neugeborenen intensiv betreut – unter der Wärmelampe werden sie kräftig abgerieben, verbliebenes Fruchtwasser aus den Atemwegen gesaugt und Narkose-Gegenmittel sowie Atmungsstimulanzien verabreicht. Zwei der Welpen können leider auch mit all diesen Mitteln nicht zu einer normalen Herz- und Atmungstätigkeit angeregt werden.
Kurze Zeit später erwacht die Mutter aus der Narkose und kümmert sich – noch etwas beduselt – routiniert um die durstigen fünf Rüden und zwei Hündinnen.
Der Heilungsverlauf der Mutter erfolgt problemlos, und die Welpen entwickeln sich prächtig.